Hunde im Park

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# Langtexte zum Gemeindemagazin

Hunde im Park

Hunde im Kirchpark? (Teil 1 - aus 2021)

Diese Frage haben sich bestimmt schon einige gestellt, die Samstagsmorgens oder Mittwochnachmittags einen Spaziergang durch oder am Kirchpark vorbei gemacht haben. Dort ist nämlich seit einigen Wochen ein Berner Sennenhund anzutreffen.

Das bin nämlich ich!

Hund Cosmo 01
© Ute Richter

Mein Name ist Kosmo vom Bärideich, Ihr dürft mich aber Kosmo nennen. Ich bin am 30.01 2021 geboren und wohne seit Ostern bei Familie Richter.

Weil ich mich so toll mit kleinen Kindern und Babys verstehe, darf ich jetzt auch ehrenamtlich in der Gemeinde arbeiten. Julia sagt, ich bin jetzt der Gemeindehund. Was das genau bedeutet, werde ich nach den Ferien herausfinden. Frauchen und Julia haben mir aber gesagt, daß mich die Kinder im Miniclub und bei den Clowns kennenlernen dürfen und wir ihnen zeigen, wie man sich Hunden gegenüber verhält, was wir so fressen, wie wir gepflegt werden müssen und was es alles sonst noch zu wissen gibt. Und ganz wichtig: Wer mag, der darf mich auch streicheln. Das finde ich super.

Am 16.06.2021 war ich das erste Mal mit Frauchen beim Miniclub. Es war zwar ganz schön warm, aber auch so aufregend. Überall waren spielende Kinder und ihre Eltern. Das war so schön anzusehen. Und das Beste war, es sind sogar Kinder zu mir gekommen und haben mich gestreichelt.

Ohne Julia und mein Frauchen werdet ihr mich aber nicht im Kirchpark oder im Gemeindehaus treffen. Ohne Leine laufe ich auch nur im Garten, oder auf der Hundewiese.

Hund Cosmo 2
© Ute Richter
Ein Bild, das Hund, Säugetier, drinnen, schwarz enthält. Automatisch generierte Beschreibung

Ich darf nur in den Kirchpark, um meiner ehrenamtlichen Tätigkeit nachzugehen. Ansonsten ist er auch für mich tabu. Ich freue mich darauf und hoffe wir haben zusammen ganz viel Spaß.

Euer Kosmo      

(Anm. d. Red.: Artikel von 2021 im damaligen Gemeindebrief der ehemaligen Stadtkirche.
Ort ist der Kirchpark der Pauluskirche)

Fortsetzung (Teil 2-2026)

Hunde im Kirchpark?- Eine Fortsetzung

Vom tapsigen Welpen zum festen Bestandteil der Kinder- und Jugendarbeit am Hasten

„5 Jahre ist es schon her”

Hallo zusammen,

erinnert ihr euch noch an mich? Vor fünf Jahren habe ich mich hier vorgestellt. Damals war ich ein tapsiger, schwarz-brauner Berner-Sennenhund-Welpe, der gerade erst angefangen hatte, die Kinder im Gemeindehaus kennenzulernen.

Inzwischen bin ich erwachsen. So erwachsen sogar, dass ich manchmal größer bin als die Kinder, die zu uns in die Gruppen kommen. Keine Sorge: Ich habe zwar an Größe gewonnen, aber mein freundliches, gelassenes Wesen ist geblieben. Streicheleinheiten finde ich immer noch großartig.

In den letzten Jahren hat sich einiges verändert. Julia, die mich damals als „Gemeindehund“ angestellt hat, arbeitet inzwischen in der Gemeinde in Cronenberg. Zwei Jahre ist das nun schon her. Ihre Aufgaben am Hasten hat Valerie Klima übernommen. Und ich kann euch aus nächster Nähe verraten: Sie macht das fantastisch. Unter ihrer Leitung sind die Kinder- und Jugendgruppen lebendige Treffpunkte geblieben und erreichen Woche für Woche viele Menschen. Auch wenn sie gerade eine kurze Babypause eingelegt hat, das Team von ca. 20 ehrenamtlichen Betreuenden ist weiterhin da und aktiv. Wenn ihr einen Blick auf den aktuellen Flyer werft, seht ihr, wie viel noch immer im Gemeindehaus los ist: Krabbelgruppen, Mini-Club, Clowns, AusZeit, AusZeit+ und der Familientreff. Jede Woche kommen bis zu 120 Kinder und Jugendliche, um miteinander zu spielen, kreativ zu sein, zu kochen, zu basteln, sich auszutauschen oder einfach eine gute Zeit zu verbringen.

Und ich? Ich gehöre inzwischen irgendwie dazu.

Manche Kinder kommen zu mir, weil sie Hunde interessant finden, sich aber bisher nicht so richtig getraut haben. Dann sitze ich einfach ruhig da, lasse mich beobachten und zeige, dass große Hunde gar nicht so furchteinflößend sein müssen.

Andere haben weniger Angst vor Hunden als vor Gruppen. Für sie bin ich oft so etwas wie ein vierbeiniger Eisbrecher. Es ist erstaunlich, wie viel leichter ein Gespräch beginnen kann, wenn man dabei einem Hund die Ohren krault.

Und manchmal braucht jemand gar kein Gespräch.

Dann setze ich mich einfach daneben.

Mehr ist oft gar nicht nötig.

Ich habe gelernt, dass Helfen ganz unterschiedlich aussehen kann. Manchmal begleite ich ein Spiel. Manchmal bin ich Teil eines Gesprächs. Manchmal höre ich aufmerksam zu, und sage kein einziges Wort. Hin und wieder werde ich einfach nur geknuddelt. Ehrlich gesagt: Das und ein bis fünf Leckerchen zu bekommen gehören zu meinen Lieblingstätigkeiten.

Besonders schön finde ich, dass hier jeder einen Platz finden kann. Die Kleinsten besuchen die Krabbelgruppen mit ihren Eltern, im Mini-Club wird gespielt und gebastelt, bei den Clowns wird es kreativ und bewegungsreich, und die Jugendlichen treffen sich bei der AusZeit und der AusZeit+. Für Familien gibt es außerdem regelmäßig den Familientreff. Es werden sogar Ferienprogramme angeboten, bei denen gemeinsam Hochbeete gebaut und bepflanzt wurden, damit sie langfristig von den Gruppen und der Gemeinde genutzt werden können.

Wenn ich auf die letzten fünf Jahre zurückblicke, bin ich ziemlich stolz. Nicht darauf, dass ich gewachsen bin. Das passiert bei uns Hunden ganz von allein. Sondern darauf, dass ich hier gebraucht werde.

Nicht als Held.

Nicht als Attraktion.

Sondern einfach als Kosmo.

Und manchmal ist genau das das Wichtigste: einfach da zu sein.

Ute Richter mit Hund Cosmo
© Ute Richter

 

Euer Kosmo

(Ute Richter)

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