Der Sonne zugewandt

Der Sonne zugewandt

Der Sonne zugewandt

# Andacht to go

Der Sonne zugewandt

Mein Balkon ist ein kleines Vogel Paradies. Täglich kann ich die Elstern, Tauben, Amseln, die Gimpel oder Rotkehlchen Pärchen, die Kohl- wie die Blaumeise beobachten. In der kalten Jahreszeit sorge ich für Futter. Verschiedene Vögel, verschiedene Futterstellen und natürlich auch unterschiedliches Futter. Jeder Vogel soll sich ja wohlfühlen. Was mich manchmal ärgert ist der Dreck, den die Vögel hinterlassen. Körner, die sie nicht mögen, werden einfach über den Balkon geschmissen. Aus meinem Ärger wächst aber mit der Zeit Freude.

Die Sonnenblumenkörner, die nicht gefressen wurden, finden ihren Platz in den Fugen der Balkonfliesen, in so manchen Blumentöpfen. Plötzlich wachsen viele unterschiedliche Sonnenblumen auf meinem Balkon. Kleine wie große. Sie tanken die Strahlen der Sonne und sind immer in Bewegung. Sie verfolgen den Lauf der Sonne. Kommt die Dunkelheit, so wird die Sonnenblume ruhiger. Sie dreht sich nach Osten, um am nächsten Morgen den Lauf der Sonne wieder aufzunehmen. Ohne Sonne, steht die Sonnenblume still. Sie erwacht aus der Dunkelheit und erwartet das Licht. Der Sonne zugewandt tankt sie Kraft, Wärme, Energie, um strahlen zu können. Das große „Gesicht“ der Sonnenblume bleibt der Sonne zugewandt und lächelt mich an.


Haben wir mit der Sonnenblume etwas gemeinsam?

Ich würde sagen „Ja!“.

Wird es in unserem Leben dunkel, so bleiben wir stehen. Angst macht uns still.

Wir lassen den Kopf hängen. Dunkelheit schränkt unseren Blick nach vorne ein.

Wir sehen keinen Weg mehr und sehnen uns nach dem Licht, welches uns Kraft schenkt, uns wärmt.

Machen wir es immer wieder wie die Sonnenblume.


Worte aus Psalm 121 mögen uns dabei helfen.

„Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“

„Ich hebe meine Augen auf….“

Keine kurze Bewegung, sondern eine Entscheidung: Ich habe mich entschieden meinen Blick zu wenden, weg aus der Dunkelheit, weg von dem, was mich niederdrückt, mein Leben schwer macht. Ich wende meinen Blick zum Licht hin, hin zu Gott.

Ich wünsche allen eine sonnige Zeit!

Marion Kruse

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