08/05/2026 0 Kommentare
Ein guter Hirte
Ein guter Hirte
# Andacht to go

Ein guter Hirte
Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest ist mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des Herrn immer dar.
(Psalm 23)
Der Psalm vom guten Hirten ist hier bei uns einer der beliebtesten Psalme überhaupt. Und ich finde zurecht. Einige von Ihnen mussten ihn vielleicht als Jugendliche auswendig lernen. Hirte war im antiken Orient und auch bei nomadischer Bevölkerung ein sehr häufiger Beruf. Jede und jeder wusste damals ganz genau was gemeint ist. Der Hirte war ein gutes Beispiel dafür, was wir heute vielleicht einen Kümmerer nennen würden.
Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln? Ich weiß nicht, ob Sie sich in Ihrem Leben schon mal darum gesorgt haben, ob Sie alles haben. Die meisten Menschen haben irgendwann in ihrem Leben auch Existenzängste. Wenn dann dasteht: „Er weidet mich auf grüner Aue und führet mich zum frischen Wasser“, dann bedeutet es letztendlich nichts anderes, als dass Gott sich um unsere Versorgung sorgt. Haben Sie schon mal erlebt, dass sich Umstände so gefügt haben, dass Sie dann dachten: Oh, da hat Gott mich versorgt.
„Er bereitet mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.“, heißt es im Psalm. Das Wort Feinde kann man auch synonym für das Wort Probleme deuten. Auch wenn andere uns etwas neiden, uns bekämpfen oder wir viele Probleme haben, so sorgt Gott trotzdem für uns.
Aber natürlich gehören auch Krisen zum Leben dazu. Die meisten von uns haben sowohl gute als auch schwierige Phasen in ihrem Leben durchgemacht. Manchmal kann das Leben echt hart sein. Phasen der Trauer und der Einsamkeit können uns aus der Bahn werfen. „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir.“ heißt es in dem Psalm. Ich weiß nicht, was Sie machen, wenn es Ihnen nicht gut geht? Ist Gott Ihnen dann ein Trost? Inwiefern hilft Ihnen Ihr Glauben dann? Mir hilft es, mich im Gebet an Gott zu wenden und mir auch bewusst Zeit fürs Gebet zu nehmen.
In dem letzten Abschnitt des Psalms geht es um Lebensperspektiven. Dort heißt es: „Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.“ Dieser Psalm ist ja von König David geschrieben worden. Das Salböl war insofern für ihn wichtig, weil Könige damals vom Hohepriester mit Öl in ihr Amt eingeführt wurden. Wenn er Gott dafür dankt, dass er sein Haupt mit Öl gesalbt hat, dann dankt er ihm damit für seine Berufung, für seinen Lebensweg, seinen Beruf und seine Stellung in der Gesellschaft.
Es erfüllt ihn mit Dankbarkeit, welchen Weg Gott ihn geführt hat. Wie geht es Ihnen mit Ihrer eigenen Biographie? Manchmal verlaufen Dinge ja anders, als wir das geplant haben. Das ist vielleicht erstmal enttäuschend, aber manchmal stellen wir auch fest, dass es unerwartet besser gelaufen ist als gedacht. Bei allem, was uns im Leben widerfährt, ist Gott dabei. Er erhält uns, er stillt unsere Bedürfnisse und stiftet unserem Leben Sinn.
Amen!
Ihre Pfarrerin
Stefanie Bluth
Für die Kleinen gibt es passend zum Thema ein Ausmalbild: Hirte und Schafe
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