11/06/2026 0 Kommentare
„Et hätt noch emmer joot jejange.“
„Et hätt noch emmer joot jejange.“
# Andacht to go

„Et hätt noch emmer joot jejange.“
Dieser bekannte kölsche Spruch zieht eine positive Bilanz. Durch Krisen hindurch wurde man bewahrt. Herausforderungen konnte man erfolgreich bewältigen.
„Et hätt noch emmer joot jejange.“
Wer das sagt, blickt zurück und erinnert sich daran: Bei allem Auf und Ab in der Vergangenheit – bisher ist es immer noch gut geworden. Warum sich also jetzt einen Kopf machen schon wegen der kleinsten Kleinigkeit? Warum sich bei dem Gedanken an die Zukunft gleich verrückt machen? Es gibt mindestens genauso viele Gründe, sich zu freuen, dankbar zu sein und das Leben zu feiern. Denn offenbar überwiegt bislang ja doch das Gute.
Sich so daran zu erinnern, dass schlimme Erfahrungen und negative Ereignisse bewältigt wurden, tut gut. Es hilft, Problemen gelassener zu begegnen und zuversichtlicher in die Zukunft zu blicken.
Solch ein positiver Blick auf das, was war, ist jedoch keineswegs selbstverständlich. Viel häufiger wohl erinnern wir uns an die negativen Dinge. Immer wieder neu erzählen wir bis ins kleinste Detail, wie schlimm alles war. Das Gute bleibt da oft auf der Strecke. Das ruft Angst hervor und raubt uns die Zuversicht.
Demgegenüber stärkt ein Satz wie „Et hätt noch emmer joot jejange.“ unsere Zuversicht. Indem er an das Gute erinnert und alles in allem eine positive Bilanz zieht, wachsen Vertrauen und Kraft. Und die lassen uns das gegenwärtige Leben weitaus besser meistern.
Ganz ähnlich verstehe ich den 103. Psalm, der mit den Worten beginnt:
„Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist seinen heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!“
Im Folgenden wird dann beschrieben, wie Gott unser Leben erhält. Sünden vergibt, Krankheiten heilt und vom Tod errettet. Die Erinnerung daran lässt den Psalmdichter sagen:
„Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte.“
Das ist der Grund, weshalb es gut gegangen ist. Weil Gott in seiner großen Güte unser Leben erhält. Eben deshalb werden wir weiterhin bestehen - trotz allem, was uns gegenwärtig zu schaffen macht. Darum können wir auch zuversichtlich in die Zukunft blicken. Gott, der uns viel Gutes getan hat, ist treu und bleibt beständig an unserer Seite.
Und wenn es gerade nicht gut geht? Gott bleibt barmherzig. Selbst dann, wenn wir unsere Misere selbst verschuldet haben. Denn, so heißt es im Psalm: „Gottes Gnade währt von Ewigkeit zu Ewigkeit.“
Darum: Lobe den Herrn und vergiss nicht, was Gott dir Gutes getan hat!
Gottes Segen wünscht Ihnen Ihre Pfarrerin Sonja Spenner-Feistauer
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