02/06/2026 0 Kommentare
Fronleichnam und das Abendmahl
Fronleichnam und das Abendmahl
# Andacht to go

Fronleichnam und das Abendmahl
Liebe Gemeinde,
hiermit lade ich Sie ganz herzlich zu unserem Feierabendmahl-Gottesdienst am Donnerstag, den 4. Juni, 18.30 Uhr, in die Esche ein . . .
Und? Vielleicht sagen Sie: „Klar. Ist ja immer am ersten Donnerstag im Monat.“
Vielleicht stutzen Sie aber auch und fragen: „Wieso? Das ist doch ein katholischer Feiertag. Ursprünglich sogar ein anti-protestantischer. Warum dann Gottesdienst bei uns?“
Ein Antwortversuch: Richtig. Fronleichnam ist ein katholischer Feiertag.
Ein Feiertag allerdings, der ungeachtet der Absichten, die vor 5 Jahrhunderten mit seiner Einführung verbunden wurden, heute recht verstanden eine große ökumenische Weite beinhalten könnte.
Warum? Weil wir im Abendmahl das entscheidende Merkmal unseres Glaubens feiern:
Gott ist nicht nur mitten in der Welt, sondern mehr noch: ER ist auf das Engste mit uns verbunden. Das Abendmahl vermittelt weltweit: Gott will uns mit sich selbst erfüllen, will mit seiner unendlichen Energie unsere immer wieder leeren Kraftstofftanks auffüllen.
Deswegen ist es eine glückliche Fügung, dass der Feiertag diesmal wieder auf den ersten Donnerstag des Monats fällt.
Feierabendmahls-Donnerstag eben.
Damit zugleich der Termin für den einzigen regelmäßigen Gottesdienst unserer Gemeinde, bei dem immer Abendmahl gefeiert wird, ja, der gefeiert wird, damit wir Abendmahl feiern – und das auch noch abends.
Quasi vor dem Schlafengehen lädt Gott uns ein darauf zu vertrauen: ER „heiligt uns durch und durch“, wie es in der klassischen Liturgie heißt. ER macht uns gleichsam zum Bestandteil SEINER Sphäre.
Genau deswegen beten wir aber auch immer vorab das Vaterunser, die „Generalbeichte“, wie Luther dieses Gebet genannt hat.
Mit den Worten des Vaterunsers machen wir gleichsam vor Gott „Inventur“, krempeln uns einmal ohne falsche Scham um, vertrauen Gott alles an, was womöglich auch zwischen uns liegen könnte.
Wir machen also „tabula rasa“, reinen Tisch, den Gott dann neu deckt.
Also: Wie wärs am Donnerstag – oder gerne zu anderen Gelegenheiten?
Axel Mersmann
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