„Ich mache alles neu.“ Andacht zur Jahreslosung

„Ich mache alles neu.“ Andacht zur Jahreslosung

„Ich mache alles neu.“ Andacht zur Jahreslosung

# Andacht to go

„Ich mache alles neu.“ Andacht zur Jahreslosung

Ganz ernsthaft: Manchmal hätte ich gerne eine Zeitmaschine, würde einfach mal still und heimlich das Lebensgefühl vergangener oder auch zukünftiger Generationen miterleben können. Nehmen wir zum Beispiel das Jahr 1955: Der millionste Käfer lief vom Band, mit ihm lief das Wirtschaftswunder zur Hochform auf und vor allem: Konrad Adenauer schaffte es, die letzten fast 10.000 Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion freizubekommen. Hoch-Zeit der Gefühle und neuer Optimismus also? Wie gesagt: Ich würde gerne einmal zuhören bei denen damals. Konkret übrigens aus naheliegendem Grunde bei den Presbyteriumssitzungen oder in den Bibelkreisen der evangelischen Kirchengemeinden hier bei uns in Alt-Remscheid. Zwei gab es: Hasten, seit 1871 selbständig, – und den ganzen „Rest“, letzterer schnell und stark zahlenmäßig gewachsen nicht zuletzt durch den Zuzug vieler Heimatvertriebener. Beinahe 40.000 „Seelen“ in einer einzigen Gemeinde? Die Kirchenoberen in Düsseldorf hielten dies für perspektivisch nicht sinnvoll und verfügten die Aufteilung der Großgemeinde in mehrere eigenständige Gemeinden, immerhin verbunden durch den zu gründenden Gesamtverband. So kann man es nachlesen. Aber auch nachfühlen?

Wie empfanden die Menschen hier vor Ort diesen Schritt? Waren sie begeistert? Oder eher skeptisch? Gemischte Gefühle? Wie stand es um so etwas wie „Identität“? Meine Vermutung ist: Denen damals ging es in dieser Frage nicht viel anders als uns heute. Ab dem 1. Januar sind wir, so ist es beschlossene Sache, ein großes Alt-Remscheider „Wir“. „Evangelisch in Remscheid“ heißt die Losung, unter der wir hoffentlich nicht nur einige Probleme auch finanzieller Art lösen, sondern

im Namen und Auftrag unseres HERRN einträchtig an Gottes Reich, Abteilung Remscheid, bauen können.

Schön wäre es auf jeden Fall, wenn es so käme. Entscheidend wichtig dabei wird sein: Gott will nicht, dass wir ihn ersetzen. Wir sollen nicht das Himmelreich auf Erden errichten. Gott bewahre! Die neue Gemeinde muss kein neues Paradies werden, dass alles Vorherige so in den Schatten stellt, dass wir es total vergessen. „Niemals geht man so ganz“ heißt es bekanntlich. Vermutlich gilt dies auch für die alten „Wirs“, leider auch für das altbekannte „wir“ und „die Anderen“.

„Wir“ sind nun einmal „nur“ Menschen, „begnadigte Sünder“, wie die Bibel weiß. Genau deshalb wird es darauf ankommen, z. B. die Jahreslosung 2026 immer neu durch zu buchstabieren: „Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu.“ Am Ende der Tage wird Gott sichtbar mitten unter uns wohnen, nachdem ER alle Tränen abgewischt hat, und weder Leid noch Geschrei noch der Tod Bestand haben. Zugegeben: Bis dahin wird der Weg wohl noch lang sein. Doch wir können auf dies Ende der Geschichte hoffen und aller Welt bezeugen: Gott ist unterwegs mit uns allen. Strukturen hin oder her: Es wird darauf ankommen, auf SEINEM Weg zu bleiben, sich diesen von IHM, dem „Licht der Welt“ ausleuchten zu lassen, und unter der Bitte um SEINEN Geist dann zu beleuchten, wie wir uns und wo für den langen Marsch am sinnvollsten verproviantieren. Alles andere wäre Verblendung.

Ihr Axel Mersmann

(Andacht aus dem letzten Gemeindebrief der ehem. Ev. Auferstehungs-Kirchengemeinde)

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