05/05/2026 0 Kommentare
Jesus kommt ins Gerede - Pfingsten um das Jahr 30 in Jerusalem
Jesus kommt ins Gerede - Pfingsten um das Jahr 30 in Jerusalem
# Andacht to go

Jesus kommt ins Gerede - Pfingsten um das Jahr 30 in Jerusalem
Jesus kommt ins Gerede - Pfingsten um das Jahr 30 in Jerusalem
Den Jüngern hat es die Sprache verschlagen. Jesu Tod hat sie verstummen lassen. Kaum glaubten sie, ihn wiederzuhaben, durch die Auferstehung, war er schon wieder verschwunden, durch die Himmelfahrt. Sie finden keine Worte für ihren Schmerz. Ihre Zweifel sprechen sie nicht aus. Die ungewisse Zukunft, die zerbrochenen Träume lassen ihnen die Worte im Halse stecken bleiben. Aus Angst vor Verfolgung bleiben sie unter sich und schweigen. Zurückgezogen von der Welt, in sich selbst gefangen, versteckt hinter Mauern aus Lehm und Stein. Doch all das kann den Heiligen Geist nicht aufhalten. Er kommt zu ihnen trotz verschlossener Türen. Da überwinden sie Zweifel und Ängste. Gehen hinaus zu den Menschen auf der Straße. Und der Heilige Geist, er löst ihre Zungen. Lässt sie das Entscheidende sagen: „Jesus ist auferstanden! Die Liebe ist nicht totzukriegen!“
So kommt Jesus ins Gerede.
Pfingsten heute
Das Gerede ist nicht weniger geworden. Aber Jesus nehmen Christen kaum noch in den Mund. Aus Angst, als weltfremd belächelt zu werden, verschweigen sie ihn. Aus Sorge, in eine Schublade gesteckt zu werden, erklären sie: „Ich bin kein Kirchenläufer.“
Sie ahnen, dass es schnell persönlich werden könnte, wenn sie den Auferstandenen zur Sprache bringen. Sie befürchten, nicht die richtigen Worte zu finden für das, was sie bewegt. Daher belassen sie es lieber bei der Feststellung: „Ich habe meinen Glauben.“ Was dieser Glauben bedeutet – für sie selbst und die anderen – bleibt unausgesprochen. Das Lebensnot wendende Wort vom neuen Leben geht stattdessen unter in geistlosem Geschwätz.
Weltoffen, doch in sich selbst gefangen – wie die Jünger vor rund 2000 Jahren –, so verstecken Christen sich auch heute hinter Mauern, Mauern von Worthülsen und sinn- leeren Sätzen.
Doch auch das kann den Heiligen Geist nicht aufhalten.
Das feiern wir an Pfingsten. Feiern, dass der Heilige Geist uns frei macht. Uns zu Be-Geist-erten macht. Dass wir es in dieser zerrissenen Welt weder zerreden noch verschweigen: „Jesus lebt. Der Heiland, Jesus Christus, kommt uns jeden Tag aufs Neue entgegen. Unsere Zukunft heißt Versöhnung. Das Ende bedeutet Neuanfang. Neues Leben, das bleibt.“
So kommt Jesus ins Gerede.
Und wir, wir erfahren Wunderbares über uns selbst, wenn wir von Jesus, der uns heil macht, erzählen. Wenn wir miteinander über das sprechen, was uns freut und was uns traurig macht. Und worauf wir hoffen und wovor wir uns fürchten.
Dann erleben wir, wie Gottes Geist uns aus der Vielzahl unserer Wörter das Wort finden lässt, das uns und anderen zum Wort des Lebens wird.
Ein geisterfülltes Pfingstfest wünscht Ihnen Ihre Pfarrerin Sonja Spenner-Feistauer
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