Johannes der Täufer - "er muss wachsen, ich aber muss abnehmen"

Johannes der Täufer - "er muss wachsen, ich aber muss abnehmen"

Johannes der Täufer - "er muss wachsen, ich aber muss abnehmen"

# Andacht to go

Johannes der Täufer - "er muss wachsen, ich aber muss abnehmen"

Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.*

Johannes der Täufer

Großen Erfolg hat er gehabt. In Scharen haben sie ihre Dörfer und Städte verlassen. Sind zu ihm hinausgelaufen in die Wüste. Wollen ihn predigen hören. Was er ihnen zu sagen hat, ist alles andere als schmeichelhaft. Umkehren und ihr Leben von Grund auf ändern sollen sie. Es sei höchste Zeit, sich so auf das baldige Kommen des Reiches Gottes vorzubereiten. Seine harte Kritik zeigt Wirkung. Viele bekennen ihre Sünden und lassen sich von ihm im Jordan taufen.

Schon bald schließen sich ihm andere an. Werden zu Jüngern von Johannes dem Täufer. Sie sind dabei, als auch Jesus kommt und sich wie alle anderen von Johannes taufen lässt.

Johannes erkennt in Jesus den von Gott gesandten Retter. Deshalb zögert er zunächst, Jesus zu taufen. Eigentlich müsste Jesus doch ihn taufen. Schließlich ist Jesus der Heiland und er nur der, der ihm den Weg ebnen soll.

Was dies in der Konsequenz für Johannes bedeutet, verstehen seine Jünger offenbar nicht. Als sie ihm eines Tages berichten, dass Jesus jetzt auch tauft und alle zu ihm gehen, erklärt Johannes ihnen „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ *

Mit anderen Worten: „Jesus muss an Bedeutung gewinnen, während ich in den Hintergrund trete. Wenn ich immer weniger Beachtung finde und Jesus immer mehr, freue ich mich. Denn durch Jesus schenkt Gott uns eine neue Zukunft. Meine Aufgabe dabei ist es, Wegbereiter zu sein für den, der nach mir kommen soll. Bis jetzt haben die Menschen auf mich gehört. Von nun an werden sich immer mehr Jesus anschließen. Und das ist gut so.“

Sich freuen, wenn man in den Schatten des Nachfolgers tritt, den man zuvor selbst eingearbeitet hat. Glücklich sein über den Erfolg derjenigen, die nach einem kommen.

Das ist keineswegs selbstverständlich. Ganz egal, ob es um die KollegInnen oder die eigenen Kinder geht. Mit der Stabübergabe an die nächste Generation ändert sich schließlich Einiges. Die eigene Bedeutung nimmt ab. Andere sind nun gefragt, zu gestalten und auch zu entscheiden, wie es weitergehen soll. Da regen sich dann auch schon einmal negative Gefühle wie Neid und Missgunst oder die Sorge, ob das denn gut geht.

Johannes der Täufer zeigt, dass es für die Zukunft aller wichtig ist, zur rechten Zeit loszulassen und abzugeben. Deshalb tritt er gerne zurück ins zweite Glied. Er freut sich, dass mit Jesus eine neue Zeit anbricht. Und er vertraut darauf, dass Gott es gut werden lässt.

Im Lukas-Evangelium lesen wir, dass Johannes etwa ein halbes Jahr vor Jesus geboren wurde. Darum wählte man den 24. Juni als Johannistag, seinen Gedenktag. Früher feierte man da die Sommersonnenwende. Den längsten Tag des Jahres. Von da an werden die Tage wieder kürzer. Das Licht nimmt ab. Bis zum 24. Dezember. Da ist etwa die Wintersonnenwende. Nun wird es jeden Tag wieder etwas heller. Das Licht wächst.

Dann feiern wir Weihnachten. Freuen uns, über Jesus das Licht der Welt, dem Johannes den Weg bereitet hat.

Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen Ihre Pfarrerin Sonja Spenner-Feistauer

* Johannes-Evangelium Kapitel 3, Vers 30  

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