30/04/2026 0 Kommentare
Loblieder auf Gott
Loblieder auf Gott
# Andacht to go

Loblieder auf Gott
Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und sangen Loblieder auf Gott. Apg 16,25
In Apostelgeschichte 16,23-25 wird geschildert, wie Paulus und Silas wegen ihrer Verkündigung ins Gefängnis geworfen werden: Nachdem man sie hart geschlagen hatte, warf man sie ins Gefängnis und befahl dem Kerkermeister, sie gut zu bewachen. Als er diesen Befehl empfangen hatte, warf er sie in das innerste Gefängnis und legte ihre Füße in den Block. Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und sangen Loblieder auf Gott. Und es hörten sie die Gefangenen.
In Trauergesprächen höre ich immer wieder: „Ach, Herr Pfarrer, singen möchten wir eigentlich nicht.“ Schnell ist eine Alternative vom Band bzw. heutzutage als mp3 zur Hand. Beides spiegelt Lebenswirklichkeit wider: Da sind Paulus und Silas, die im Gefängnis Loblieder auf Gott singen und da sind wir, denen das Singen so oft so schwer fällt. Warum? Weil wir uns schämen? Weil wir es nicht können? Weil wir es nicht gelernt haben? Weil wir vielleicht gar nicht wissen, was wir singen bzw. loben können?
Wir mögen uns schwer tun, Lieder auf Gott zu singen, gerade in Trauersituationen. Aber auch hier bietet die Bibel, insbesondere die Psalmen einen reichen Schatz an Worten, die wir uns leihen dürfen, wenn uns selbst die Worte fehlen. Oder aber auch die Verse der alten Choräle, deren Dichter ja ebenso Lebenssituationen und Lebensstationen durchlebt haben, wir sie heute auch noch durch- oder erleben müssen.
Zwei sehr unterschiedliche Herangehensweisen an eine Lebenssituation. Paulus und Silas fühlen sich selbst in dieser drängenden Gefängnissituation von Gott getragen. Mit ihren Liedern auf Gott mögen sie vielleicht dieses Gefühl für sich selbst noch verstärkt haben. Dabei kommt es nicht so sehr auf die Lautstärke oder den ganz richtigen Ton an, sondern darauf, dass ich spüre: In dem, was ich gerade erlebe und durchlebe, bin ich nicht allein, sondern in Gottes Hand getragen.
Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen
Ihr Pfarrer Jens Eichner
Kommentare