27/03/2026 0 Kommentare
Zwischen Ja und Nein
Zwischen Ja und Nein
# Andacht to go

Zwischen Ja und Nein
„Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein.“ (Matthäus 5,37)
„Soll ich zusagen oder absagen?“
„Bleibe ich in diesem Job oder suche ich mir etwas Neues?“
„Spreche ich das an – oder lasse ich es lieber?“
Unser Alltag ist voller kleiner und großer Entscheidungen. Oft sind es gar nicht die großen Lebensfragen, die uns festhalten, sondern die vielen kleinen „Ja oder Nein“- Momente jeden Tag. Und manchmal fühlen wir uns genau darin gefangen: Wir drehen uns im Kreis, wägen ab, schieben auf – und kommen doch nicht weiter.
Das kostet Kraft. Und es nimmt uns oft auch die Freude am Hier und Jetzt.
Vor nicht allzu langer Zeit entdeckte ich zufällig das Gedicht „Ja oder Nein“ von Paul Roth, in dem er genau dieses Gefühl auf den Punkt bringt: dieses Zögern, dieses Hin- und Hergerissen sein, dieses „nicht weiterkommen“. Es zeigt, wie sehr uns die Unentschlossenheit festhalten kann – und wie schwer es manchmal ist, überhaupt einen Schritt zu tun.
Aber Gott erwartet gar nicht, dass wir jede Entscheidung perfekt durchdenken. Vielleicht geht es ihm vielmehr darum, dass wir überhaupt ins Handeln kommen – ehrlich, mutig und Schritt für Schritt.
Ein klares „Ja“ kann bedeuten: Ich nehme mir Zeit für einen Menschen. Ein klares „Nein“ kann bedeuten: Ich schütze meine Grenzen.
Beides ist wichtig. Beides darf sein.
Und vielleicht hilft ein einfacher Gedanke im Alltag: Ich muss nicht die ganze Zukunft überblicken – nur den nächsten Schritt gehen.
Gott geht diesen Schritt mit. Im Gespräch, das Überwindung kostet. In der Entscheidung, die längst ansteht. Im kleinen „Ja“ – oder im mutigen „Nein“.
Bleiben Sie behütet.
Ihre Laura Lopes da Silva
(Bei der ausgedruckten Andacht to go gab es noch folgendes Rästel für die Kinder: Kinderrätsel auf Rätseldino.de)
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Ja oder Nein
Du kannst dir nicht ein Leben lang
die Türen alle offenhalten,
um keine Chance zu verpassen.
Auch wer durch keine Tür geht
und keinen Schritt nach vorne tut,
dem fallen Jahr für Jahr die Türen,
eine nach der anderen, zu.
Wer selber leben will,
der muss entscheiden: Ja oder Nein
– im Großen und im Kleinen.
Wer sich entscheidet, wertet, wählt
und das bedeutet auch: Verzicht.
Denn jede Tür, durch die er geht,
verschließt ihm viele andere.
Man darf nicht mogeln und so tun,
als könne man beweisen,
was hinter jener Tür geschehen wird.
Ein jedes Ja – auch überdacht, geprüft
– ist zugleich Wagnis und verlangt ein Ziel.
Das aber ist die erste aller Fragen:
Wie heißt das Ziel, an dem ich messe Ja und Nein?
Und: Wofür will ich leben?
(Paul Roth)
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