Pauluskirche
Die ursprüngliche Kirche, zu der die evangelischen Hastener gehörten, war die Stadtkirche am Markt. Mit fortschreitender Industrialisierung nahm die Bevölkerungszahl Remscheid rapide zu. Die Folge war, dass die Stadtkirche zu klein geworden war. In die beginnenden Überlegungen einer Vergrößerung mischten sich Hastener Stimmen, die im Stadtteil eine eigene Kirche erbauen wollten. In konfliktreichen jahrelangen Auseinandersetzungen fanden diese Stimmen ihr Sprachrohr in dem Hastener Schulmeister Eduard Krenzer. Er setzte mit viel Geschick und Verhandlungen auf höchster Ebene durch, dass 1846 den Hastener Wünschen stattgegeben wurde. Bedingung war, dass die Schulbezirke Hasten und Büchel (wie der Stadtteil damals noch offiziell hieß) den Kirchenbau selbst zu finanzieren hatten.
Krenzer hatte eine Idee: Er sammelte Geld indem er die Plätze der noch nicht erbauten Kirche vorab an die Hastener Familien „verkaufte“. Innerhalb kürzester Zeit kam das Geld für den Kirchenbau zusammen.
Auf dem Gesangbuchabladen der ursprünglichen Kirchenbänke wurden Namensschilder der Spender angebracht. Auf der Empore sind einige dieser Messingschilder erhalten.
Der Wermelskirchener Baumeister Carl Conradi (1809-1882) bekam den Auftrag zum Bau der Pauluskirche, die nach zweijähriger Bauzeit 1853 eingeweiht wurde. Bedingung der Baugenehmigung war die weitere Zugehörigkeit zur Stadtkirchengemeinde. Diese Zugehörigkeit brachte der Name der Kirche zum Ausdruck: Filialkirche. Abgeleitet von diesem ursprünglichen Namen ist die volkstümliche Bezeichnung des Hasteners als „Filiale“. Erst im Jahr 1871 gründeten die Hastener eine eigene Kirchengemeinde. 1928 wurde der Name der Kirche in „Pauluskirche“ geändert.
Orgel
Die Orgel der Pauluskirche Hasten wurde 1985 von der Fa. Schulte erbaut.
Die 38 Register verteilen sich über 3 Manuale und Pedal. Haupt- und Schwellwerk befinden sich vorn über dem Altar. Das Rückpositiv mit einem zusätzlichen Spieltisch steht hinten in der Kirche auf der Empore. So können räumliche Wirkungen ideal in die Musik einbezogen werden. Die Schleifladen werden elektrisch angesteuert, die Tonventile mechanisch mittels Alu-Traktur betätigt.
Im Sommer 2007 wurde die Orgel durch die Firma Johannes Klein (Oelde) einer gründlichen Instandsetzung und Reinigung unterzogen. Alter, schadhaft gewordener Leim wurde entfernt und ca. 2.500 neue Dichtringe eingeklebt, Registerschleifen durch Umkonstruktion gängig gemacht, Laufböden eingezogen, falsch installierte elektrische Schaltungen neu verdrahtet. Vor allem aber wurde der größte Teil des Pfeifenwerkes einer Neu- und Umintonation unterzogen, so dass die einzelnen Register wesentlich mehr Charakter gewonnen haben und sich untereinander besser mischen.
Altar, Kanzel und Orgelwerk sind in der Tradition der sog. „Bergischen Trias“ zu einer Einheit zusammengefasst.
Impressionen